{"id":4371,"date":"2015-12-20T01:09:13","date_gmt":"2015-12-19T23:09:12","guid":{"rendered":"http:\/\/fricktaleroffiziere.ch\/?p=4371"},"modified":"2017-04-27T00:38:01","modified_gmt":"2017-04-26T23:38:01","slug":"ohne-gesetz-frei-nach-politischem-gutdu%cc%88nken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fricktaleroffiziere.ch\/?p=4371","title":{"rendered":"Ohne Gesetz, frei nach politischem Gutdu\u0308nken?"},"content":{"rendered":"<p>Lesenswertes aus der Oesterreichischen Offizierszeitschrift &#8220;<a href=\"http:\/\/www.oeog.at\/ow10\/der-offizier\/\" target=\"_blank\">Der Offizier<\/a>&#8221; 4\/15:<\/p>\n<blockquote><p>Wie wir wissen, stammt das Wort Intellektualita\u0308t vom Lateinischen \u201eintellectualitas\u201c ab. Dabei geht es um die \u201eFa\u0308higkeit, etwas zu begreifen\u201c. Als wesentliche Kriterien der Intellektualita\u0308t werden oft<\/p>\n<ul>\n<li>hohe Bildung in geistes- und sozialwissenschaftlichen<br \/>\nund\/oder philosophischen Themen,<\/li>\n<li>Interesse an Fragen der Politik und des<br \/>\ngesellschaftlichen Zusammenlebens und<\/li>\n<li>o\u0308ffentlichkeitswirksame Teilnahme am politischen<br \/>\nProzess in der Zivilgesellschaft durch analytischkritische Stellungnahme angesehen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die o\u0308sterreichischen Offiziere nehmen als Absolventen der Theresianischen Milita\u0308rakademie und der Landesverteidigungsakademie bzw. der Universita\u0308ten fu\u0308r sich in Anspruch, als intellektuell zu gelten, auch wenn die \u201eo\u0308ffentlichkeitswirksame Teilnahme am politischen Prozess in der Zivilgesellschaft\u201c eher eine Seltenheit geworden ist. Leider, denn damit geraten sie in die gesellschaftliche Bedeutungslosigkeit.<!--more--><\/p>\n<p>Doch Fu\u0308hrungsperso\u0308nlichkeiten, und das sind Offiziere zweifellos, mu\u0308ssen auch eine individuelle Meinung zu bedeutenden Themen der Gesellschaft besitzen, als Grundlage fu\u0308r einen konstruktiven Meinungsaustausch mit ihren Mitarbeitern und der Umwelt.<\/p>\n<p>Um eine sachlich objektive Meinung austauschen zu ko\u0308nnen, um die man bemu\u0308ht sein sollte, ist es erforderlich, sich eine eigene Ansicht zu bilden. Man muss zu einer Sache eine begru\u0308ndete Entscheidung pro oder kontra treffen, um dadurch seine Position fu\u0308r andere Personen nachvollziehbar artikulieren zu ko\u0308nnen.<\/p>\n<p>\u201eIdealerweise basiert die individuelle Meinungsbildung auf Fertigkeiten, die in der pa\u0308dagogischen Literatur unter dem Konzept des \u201akritischen Denkens\u2018 zusammengefasst werden: Dazu geho\u0308ren die Fertigkeiten und die Bereitschaft, vorhandene Argumente zu pru\u0308fen, Positionen zum Thema kritisch zu hinterfragen, widerspru\u0308chliche Informationen zu integrieren und sein Urteil gegebenenfalls zu revidieren.\u201c Das setzt aber voraus auch andere Ansichten zu kennen und nicht a priori abzulehnen.<\/p>\n<p>Jene, die uns verdummen wollen, arbeiten mit Tot- schlagargumenten wie Verschwo\u0308rungstheorie oder Meinung von gestern, damit man die Aussagen der Gegenseite gar nicht kennenlernt. Ein intelligenter Mensch du\u0308rfte deshalb darauf nicht ho\u0308ren und sollte versuchen, alle Seiten der Argumentation zu erkennen und zu hinterfragen. Wer das nicht tut, verweigert das Denken und wird zum Nachbeter einer vorgegebenen Darstellung.<\/p>\n<p>Die Medien sollten dabei helfen, Argumente fu\u0308r pro und kontra zu finden. Das jedoch wird heute erschwert, durch die \u201eEinheitsmedien\u201c. Wenn man die Medienlandschaft genauer betrachtet, wird man feststellen, dass hier viel \u201eEinheitsbrei\u201c publiziert wird. Wer glaubt, dass das eben ein Resultat des freien Journalismus sei, irrt, wenn man Eigentumsverha\u0308ltnisse der Medien und politische Einflussmo\u0308glichkeiten auf Medien beru\u0308cksichtigt.<\/p>\n<p>Die Gleichmacherei wird durch Presseagenturen (wer steht dahinter?) und andere Einflussnahmen gesteuert. Ist es nicht dann ein Gebot der Stunde, auch andere Medien, abseits dieses \u201eMainstreams\u201c, zu beachten? Oder lassen wir uns sofort wieder durch die oben genannten Totschlagargumente einlullen und unseren Intellekt abblocken? Das ko\u0308nnte das Ziel der Meinungsmacher sein, denen wir jedoch nicht auf den Leim gehen sollten.<\/p>\n<p>Wahrheitsfindung sollte angestrebt werden. Leider ist das heute nicht einmal das Ziel gewisser Wissenschaftszweige &#8211; z. B. der Zeitgeschichte. Viel mehr will man eine \u201epolitisch korrekte\u201c gleichgerichtete Information zur Klitterung von Geschehnissen.<\/p>\n<p>Aber wollen wir selbst nicht mo\u0308glichst nahe an die Wahrheit herankommen? Wenn ja, dann sollten wir doch auf eine breitfla\u0308chige Information zugehen, viele Seiten einer Darstellung kennenlernen und daraus eine eigene, mo\u0308glichst objektive Meinung bilden. Deshalb bin ich dafu\u0308r, auch die Ansichten, die au\u00dferhalb des Mainstreams behandelt werden, ohne Scheu zu publizieren und zur Diskussion zu stellen. Nur dann du\u0308rfen wir auf unsere Intellektualita\u0308t hinweisen.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesenswertes aus der Oesterreichischen Offizierszeitschrift &#8220;Der Offizier&#8221; 4\/15: Wie wir wissen, stammt das Wort Intellektualita\u0308t vom Lateinischen \u201eintellectualitas\u201c ab. Dabei geht es um die \u201eFa\u0308higkeit, etwas zu begreifen\u201c. 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