Jahresbericht des Präsidenten

Die Lage um die Schweiz – Der Krieg ist zurück in Europa

Stellt euch vor: Europa und die USA unterstützen und finanzieren den Putsch eines demokratisch gewählten Präsidenten eines Landes, setzt eine pro-westliche Marionette als Übergangspräsident ein und bringen nebenbei Nazi-Schlägertruppen in die Regierungsverantwortung. Fiktion? Nein, Realität am östlichen Rand Europas im Jahr 2014.

Wo bleibt der Respekt vor demokratischen Wahlen und vor souveränen Entscheiden? Sollte nicht gerade eben dieser „Westen“ den Frieden fördern, die Verständigung zwischen den verschiedenen Ethnien, Sprachen und Ländern ermöglichen und Rechtsstaatlichkeit verteidigen? Was stimmt hier plötzlich nicht mehr?

Wenn wir schon von Schlägertruppen reden, die mit Nazi-Runen durch die Landen ziehen und von den West-Medien als „Freiwilligenbataillone“ verharmlost werden, dann muss diese Nachricht zu denken geben:

„Der 3. Ausschuss der UN-Vollversammlung hat [im November 2014] eine Resolution zur Bekämpfung der Glorifizierung des Nazismus und anderer Praktiken [Quelle] angenommen, die Rassismus, rassistische Diskrimination, Xenophobie und damit verbundene Intoleranz schüren. Eingereicht hatte die Resolution Russland.“ [Quelle]

Für den Resolutionsentwurf haben in der Vollversammlung dann 133 Staaten gestimmt, 51 Staaten enthielten sich, 4 Staaten haben ihn abgelehnt, dabei waren auch die USA und die Ukraine.

Unsere Massenmedien haben das selbständige Recherchieren und Denken verlernt oder bewusst in die Ferien geschickt. Schnell haben sie im Ukraine-Konflikt einen ihnen unbequemen Schuldigen gefunden und versuchen die Volksmeinung zu manipulieren. Doch das gelingt ihnen infolge der aufstrebenden Alternativen Medien im Internet immer schlechter. Die Leser beschweren sich in Foren und Leserbriefen, kündigen massenweise Abos von Zeitungen und Zeitschriften, schalten weniger für News im Fernsehen ein und wenden sich ihnen näherstehenden Quellen zu. [Quelle]

Die westlichen Politiker und demokratisch nicht legitimierten Repräsentanten wie z.B. ein EU-Kommissionspräsident, ein NATO-Generalsekretär, eine IWF-Cheffin, ein EZB-Chef usw. lassen sich davon nicht beirren: Mit Sanktionen, Kriegsrhetorik und salbungsvollen Aufrufen setzen sie sich in Szene und mimen die Guten. Dabei bemerken sie kaum, dass sie sich selbst widersprechen.

  • Beispiel 1: US-Aussenminister John Kerry verurteilte z.B. die Invasion in ein und die Bombardierung von einem Land. Irak, Libyen, und Afghanistan blendete er dabei gänzlich aus. „Alle Tiere sind gleich. Einige sind gleicher“ schrieben einst die Schweine in „Animal Farm“ an die Wand.
  •  Beispiel 2: Nach 50 Jahren nehmen die USA wieder diplomatische Beziehungen zu Kuba auf, weil „sich die Sanktionen nicht bewährt haben„. Gleichentags werden die Sanktionen gegen Russland erweitert. Wo bleibt da die Logik?
  •  Beispiel 3: Die Sprecherin des US-Aussendepartements flötete kürzlich ins Mikrophon „ oh“ [Quelle]. Ach, die Ukraine war ein Ausrutscher?

Ebenso warten wir gespannt, wann sich denn nun endlich die Verhältnisse in Tunesien, Libyen, Aegypten, Syrien, Afghanistan und dem Irak signifikant verbessern. Wo ist denn nun die Demokratie, der Aufschwung, die Stabilität in diesen Ländern? Ein Zwischenfazit muss leider lauten, dass sich die Situation in allen von den USA und ihren westlichen Verbündeten destabilisierten Ländern deutlich verschlechtert hat. Absicht oder Unvermögen? Wann wird ihnen die Rechnung unterbreitet? Wer fordert Konsequenzen? Wer stoppt die Zerstörung?

In der Ukraine fühlten sich die anderssprachigen Regionen nach dem Putsch bedroht und setzen eine Sezessionsbewegung in Gang. Auf der für die russische Schwarzmeerflotte sehr wichtigen Krim-Halbinsel findet ein Volksbefragung für eine Unabhängigkeit von der Ukraine und den Anschluss an Russland statt. 96% stimmten für diesen Weg, worauf Russland sofort die schützende Hand über die russisch sprachige Region hält und die bereits auf der Krim stationierten Truppen verstärkte. Das ukrainische Kriegsgerät wurde der Ukraine freiwillig zurückgegeben. [Quelle]

Während auf der Krim kein Mensch ums Leben kam, leiden die mit dem Putsch auf die „falsche Seite“ gelangten Steinkohle und Industriegebiete Donezk und Luhansk unter einem Bürgerkrieg mit ihrem „Mutterland“ Ukraine. Die schlecht gerüstete und ausgebildete ukrainische Armee erleidet grosse Verluste gegen die intrinsisch motivierten Unabhängigkeitskämpfer. Solche vernichtenden Urteile über das pro-westliche Land dürfen natürlich nicht sein. Das Märchen von russischen Truppen auf ukrainischem Territorium wird erfunden. Leider fehlen bis heute die eindeutigen Beweise während sich die Beweise für eine finanzielle und rüstungstechnische Unterstützung durch den Westen überschlagen.

Der Westen sieht dies natürlich ganz anders und beschuldigt Russland der gewaltsamen Annektion der Halbinsel. Es folgen Sanktionen und eine Aufrüstung der Ukraine sowie die Stationierung von NATO-Truppen auf der Linie Estland, Lettland, Littauen, Polen, Rumänien und Bulgarien. Die Ratingagentur S&P stuft Russland auf Ramsch. Dabei haben die Russen nur 10% Verschuldung vom BIP und 80% dieser Schulden gehören dem Inland. Netto ist Russland schuldenfrei. Dennoch folgt ein Zerfall des russischen Rubels und eine Wertminderung russischer Unternehmer an der Börse – der Währungskrieg tobt.

Russland und die anderen BRICS-Staaten nutzen den Moment. Sie vereinbaren, dass der Handel untereinander jeweils in den lokalen Währungen abgewickelt wird. Seit August akzeptiert Gazprom für seine Gaslieferungen auch Yuan oder Rubel und nicht mehr ausschliesslich US-Dollar. Die BRICS-Staaten gründen ihre eigen Weltbank und zwischen Russland und China wird der grösste je abgeschlossene Gas-Vertrag abgeschlossen. Die Machtverhältnisse verschieben sich.

Sowieso fragt man sich, ob die Sanktionen wirklich Russland schaden sollen oder ob damit amerikanische Firmen einen „Wettbewerbsvorteil“ erhalten sollen.

„Ungeachtet der US-Wirtschaftssanktionen gegen Russland hat der amerikanische Ölkonzern ExxonMobil mit seinem Partner Rosneft eine Ölbohrung in der russischen Arktis begonnen. Das Projekt war zwar von langer Hand geplant – ist aber trotzdem bemerkenswert, denn der Rosneft-Konzern und dessen Chef Igor Setschin stehen auf der ‘schwarzen Liste‘ jener Firmen und Manager, gegen die die USA Sanktionen verhängt haben. Ob ExxonMobil von der US-Regierung eine explizite Genehmigung eingeholt hatte, mit den Bohrungen beginnen zu dürfen, blieb unklar. Es darf aber als wahrscheinlich gelten.“[Quelle]

Putin gilt spätestens nach dem Absturz von Malaysian Airlines MH17 von Amsterdam nach Kuala Lumpur über der Ukraine als Bösewicht und wird von den USA neben Ebola und den Menschenschlächtern von IS zu den drei Weltübeln erklärt. Gar nicht ins Bild passt da die Meldung, dass Putin das Waffenrecht liberalisiert hat und den Russen erlaubt, Waffen zu tragen. Welcher sog. „Diktator“ hat dies je erlaubt?

Apropos MH17: Wo sind denn die vielen unwiderlegbaren Beweise für einen Abschuss des Passagierflugzeugs durch Russland oder die sog. „pro-russischen Seperatisten„? Alleine die Frage „cui bono“ – wem nützt es? – vermag keine anti-russische Antwort liefern. Stattdessen verdichten sich die Indizien, dass das Passagierflugzeug von ukrainischen Kampfflugzeugen beschossen wurde.

Im Zusammenhang mit dem „Regierungswechsel“ in der Ukraine sind drei Ereignisse beachtenswert:

  1. Anfang Dezember wird eine neue Regierung gewählt: Unter den neu ernannten Abgeordneten sind auch drei Ausländer, die nach Angaben des Büros von Petro Poroschenko im Eilverfahren – innerhalb eines Tages – eingebürgert wurden. Eine US-Amerikanerin wird Finanzministerin, ein Georgier Gesundheitsminister und ein Litauer wird in Zukunft das Wirtschaftsministerium leiten. [Quelle]
  2. Ebenfalls im Dezember wurde ein neues Ministerium für Information geschaffen. Das Ministerium wird eine „staatliche Informationsstrategie“ entwickeln und umsetzen und so „Bürger vor einseitigen und unzuverlässigen Informationen sowie manipulativen Technologien schützen“ – Göbbels erwacht!
  3. Die Ukraine hebt ihre Neutralität auf und macht den Weg für einen NATO-Beitritt frei. Unterdessen werden US-Militärberater in die Ukraine geschickt – wie einst schon in Vietnam in den Sechzigern…

Damit fehlt nur noch ein Funke wie ein inszenierter Angriff der „Russen“auf die Ukraine oder einer der baltischen Staaten und ganz Europa steht im Krieg mit Russland. Ob das wirklich erstrebenswert ist? Wieso setzt sich „der Westen“ diesem Risiko überhaupt aus?

Demokratische Entscheide und Selbstbestimmung haben es 2014 sowieso schwer. Was nicht im Interesse der Eliten ist, wird nicht anerkannt. Im November stimmen vier Fünftel der Katalanen für die Abspaltung ihrer Region von Spanien. Die Regierung in Madrid erkennt diese Abstimmung nicht an. Schottland stimmt ebenfalls über die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich ab und verwirft den Vorschlag knapp. In anderen Regionen diskutiert man sogar den Anschluss an die Schweiz – selbst Sardinien denkt laut darüber nach.

Eine sehr barbarische Gruppe namens „Islamischer Staat“ (IS oder ISIS) ist 2014 plötzlich aufgetaucht und hat mit Video-Aufnahmen ihrer Massenexekutionen von Unschuldigen durch Kopfschuss, Kopfabschneiden sowie Begraben und Verbrennen bei lebendigem Leib weltweit für Abscheu und Verurteilung gesorgt. In den letzten Wochen sind zudem Aufnahmen von der Zerstörung historischer Artefakte im Irak aufgetaucht. Und was tut die Weltgemeinschaft dagegen? Wo bleiben die Massendemonstrationen für Menschenrechte?

Was allerdings kaum erwähnt wird: Diese Gruppe wurde (und wird?) massiv von den USA unterstützt. [Quelle] Das ging so: Noch vor wenigen Monaten war die Gruppe völlig unterbewaffnet, unterfinanziert und schlecht ausgerüstet. Dann wurde sie als „Freie Syrische Armee“ bekannt[9] und gewann so die politische Unterstützung westlicher Staaten, denen Syriens Präsident Assad ein Dorn im geopolitischen Auge ist. Dank dieser über die Geheimdienste organisierte Unterstützung gewann IS rasch an Kampfkraft und konnte sich wichtige Einnahmequellen erschliessen – rund USD 2 Mio. pro Tag! Viel Kriegsmaterial wurde auch von den USA in Irak zurückgelassen und dankend von ISIS requiriert. Wo bleiben da die Sanktionen gegen die Banken und Unternehmen, die dies ermöglichen? Der Folterbericht der UN klagt zwar die CIA an – aber geht jemand dafür ins Gefängnis? Nein. Alles bleibt wie es ist.

Einmal mehr hat sich der Westen mit seiner unüberlegten Politik in den Fuss geschossen – aber kaum einer kennt die wahre Geschichte. Unsere Medien versagen auf der ganzen Linie. Anstatt dass wir uns gesund ernähren, müssten wir endlich gesunde Informationen aufnehmen. Nicht das tägliche Rauschen in den News ist interessant, sondern das WARUM? Doch unsere Gehirne sind vergiftet von „Neusprech“[10] wie ihn Orwell nicht besser hätte umschreiben können. In Syrien kämpft die „Freie Syrische Armee“ gegen den „Diktator“ – tönt gut, oder? In der Ukraine geht die Armee gegen „Aufständische“ und „pro-russische Seperatisten“ vor – tönt auch gut. Aber wechseln Sie doch mal die Länder aus. Allein diese Wortwahl zeigt exemplarisch, wie parteiisch unsere Medien sind. Von neutraler Berichterstattung keine Spur! News sind Noise (Rauschen), Unterhaltung ist Untenhaltung, Nachrichten sind nachgerichtet, TV- und Radio-Programme programmieren unsere Gedanken. Wir sollen lieber glauben, dass auch in der Ukraine der Westen nur Gutes will und nur friedfertige Menschen mit Waffen und Geld unterstützt.

Wir leben wirklich in einer globalen Fata Morgana. Das Bild der Realität wird von den Medien fabriziert und weicht immer mehr von der Realität ab. Dazu ein paar weitere Beispiele aus der Wirtschaftswelt:

  • Italien lässt neu auch den Kokain-Konsum und die Prostitution ins BIP miteinberechnen. Damit lässt sich die Verschuldung pro BIP besser aussehen. Andere Länder ziehen nach.
  • Frankreichs Staatsobligationen befinden sich auf einem 600 Jahr Hoch – was für ein unglaubliches Vertrauen in einen masslos überschuldeten Staat! Zur Erinnerung: Frankreich hat 2’031’500’000’000 Euro Schulden [Quelle]. Aussergewöhnliche Zeiten?
  • UBS und Credit Suisse haben über 83 Billionen Derivate in ihren Büchern – das ist rund 135x das BIP der Schweiz. Die Deutsche Bank hat rund das 20-fache des deutschen BIP als Derivate in den Büchern. Die vier grössten US-Banken haben gemeinsam etwa USD 230 Billionen (US: trillion) an Derivaten in den Büchern – 14x das BIP der USA. Weltweit beträgt die Summe der Derivate rund USD 1’200 Billionen (US: trillion) oder USD 1,2 Billiarden (US: quadrillion). [Quelle]
  • Die USA heben im Februar die Schuldengrenze auf. Es gibt neu keine Obergrenze mehr. Die Schulden explodieren. Allein für Zinskosten bezahlt die USA – bei aktuell tiefen Zinsen! – jährlich USD 1.75 Bio (US Trillion).
  • Während die UBS wegen illegaler Preismanipulation zu CHF 774 Mio. verdonnert wird, loben Presse und Politik unsere Zentralbank für ihre Preismanipulation im Währungsmarkt. 2014 wurden den US-Banken über USD 56 Mia. (US: billion) an Strafen auferlegt. Keine Bank ging deswegen unter. Kein CEO wurde ins Gefängnis gesteckt. Keine Gewinnwarnung musste ausgegeben werden. Gerechte Strafe?
  • Die NATO mit ihrem Kriegsbudget von USD 945 Mia. Haben Angst vor Russland mit einem Verteidigungsbudget von USD 88 Mia. Wer gibt sein Geld effizienter aus?
  • Wie viel Einschätzungen von internationalen Organisationen wert sind, zeigt dieses Beispiel: Im Juni schätzte der IWF die Lage in Bulgarien noch positiv ein. Die Banken seien liquide und stabil. Zwei Wochen später startete der Bank-Run auf die zwei grössten Banken des Landes. Innert Stunden wurden mehrere hundert Mio. USD von den Banken abgezogen. Die bulgarische Zentralbank musste einschreiten und beide Banken übernehmen, um einen Systemkollaps abzuwenden.
  • Die US Fed erachtet die Bewertung an den Börsen als angemessen. Die Marktkapitalisierung im Verhältnis zum BIP beträgt aber 122%. Das ist der zweithöchste Wert nach 1999 und 70% über dem Durchschnitt seit 1970. [Quelle]
  • Die Bewertung an den Börsen ist wieder einmal leicht übertrieben: CYNK Technology Corp wird im Sommer mit über USD 4 Mia. bewertet. Das Unternehmen besteht aus Marlon Sanchez, dem 42% Eigentümer, keinem Webauftritt, keinem Umsatz, keinem Produkt und keinem Vermögenswert.
  • In Detroid ist die finanzielle Lage so gravierend, dass die Wasserwerke für 3’000 Kunden das Wasser abgestellt haben und der Preis für Wasser in den letzten Jahren um 119% erhöht wurde.
  • Wie kommt es, dass nach sieben Jahren noch immer kein nachhaltiger Aufschwung stattfindet und die Zentralbanken mit weiteren „aussergewöhnlichen Massnahmen“ und tiefen Zinsen die Märkte stützen müssen?
  • Viele Unternehmen nehmen zu extrem tiefen Zinsen Kredite auf und kaufen damit Aktien zurück. Der Gewinn pro Aktie steigt, die Aktie auch und die Optionen der Manager sind mehr wert. Heureka!
  • 1971 musste man mit einem Mindestlohn in den USA etwas mehr als 25 Stunden arbeiten, um eine Unze Gold kaufen zu können. Heute arbeitet man 186 Stunden. Wie begründen Sie das mit der gestiegenen Effizienz?
  • Weltweit steigt die Arbeitslosigkeit kontinuierlich an: Im vergangene Jahr waren rund fünf Millionen Menschen mehr arbeitslos als noch 2012. Insgesamt werden 2013 weltweit rund 206 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet sein – so viele wie noch nie zuvor. [Quelle] Aufschwung?
  • FBI-Direktor James Comey beklagt sich, dass Smartphones sichere, chiffrierte Inhalte enthalten, welche vom FBI nicht gelesen werden können. Solche Verschlüsselungen würden es Benutzern ermöglichen, „sich über das Gesetz zu stellen“ (sic!!!).
  • Wieso müssen Zentralbanken Staatsobligationen kaufen, wenn die Zinssätze doch schon negativ sind und damit deflationäre Tendenzen geschürt werden, die man mit eben diesen Massnahmen verhindern will?
  • Wo ist der Aufschwung in der Schweiz, wenn die ehrliche Arbeitslosenrate (inkl. Ausgesteuerte) 4.8% beträgt?

Normale Zeiten? Übertreibungen? Alles im Lot? Welche Kräfte werden weltweit freigesetzt, wenn sich das Gesamtsystem wieder ausbalancieren will? Unruhen? Konkurse? Kriege? Geht es um die Frage, OB es passiert oder WANN es passiert? Geht es um Wahrscheinlichkeiten? Haben wir noch Zeit?

Werden die Manipulationen eines Tages ein so grosses Ausmass annehmen, dass die Regierungen zum Schluss kommen, dass ein offener Markt ein zu grosses Risiko für die Wirtschaft und für ihre Wiederwahl ist? Wird dann Zentralismus und Sozialismus per Dekret eingeführt? Leben wir dann im Jahr 1984? Krieg ist Frieden. Freiheit ist Sklaverei. Ignoranz ist Stärke.

Auf Ausführungen über das Gold verzichte ich dieses Jahr mit der gleichen Begründung wie die Financial Times: Die Informationen sind zu „sensibel“ (sic!) und dürfen dem Publikum nicht zugemutet (sic!) werden… [Quelle]

Die Lage in der Schweiz und der Armee – Auftragsverweigerung oder Zielkonflikt?

Mit der Annahme der Initiative gegen Masseneinwanderung beauftragt im Februar eine knappe Mehrheit der Stimmberechtigten den Bundesrat – einmal mehr – einem Auftrag des Volkes nachzukommen. Doch wie schon bei der Ausschaffungsinitiative und anderer, früherer Initiativen verweigern Bundesrat, Verwaltung und Parlament den Auftrag umzusetzen.

Im Mai verweigert das Volk im Gegenzug den Kauf neuer Kampfjets vom Typ Gripen. Der historischen Niederlage – oder je nach Sichtweise: dem historischen Sieg der GSoA – gehen kommunikative Pannen und Widersprüche im Abstimmungskampf voraus. Dank der Entführung eines Flugzeugs nach Genf wurde unsere Luftwaffe weltweit zum Gespött. Eine Luftwaffe die nur zu Bürozeiten eingreifen kann, ist keine ernstzunehmende Luftwaffe. Selbst nach der Abstimmung wurde die Konzeptlosigkeit deutlich: Es lag kein ‚Plan B‘ vor – man spielte auf „tutti“.

Nach der Analyse der Niederlage forderten die Verantwortlichen nun „geschlossene Reihen“ in der Sicherheitspolitik. Sie vergassen aber zu erwähnen, welches der Grund dieser Meinungsvielfalt ist: Es ist das fehlende Gesamtkonzept, die logische Ableitung unserer Sicherheitspolitik aus den gefährlichsten Bedrohungen. Lieber verstrickt man sich immer mehr in Widersprüchen – wie etwa bei der Weiterverwendung der Tiger F-5.

Vor der Gripen-Abstimmung wurden die Jets schlecht geredet. Man sprach von Werterhaltungskosten von über einer Milliarde. Dann wurden Berichte publik, welche eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit schon für einstellige Millionenbeträge ermöglichen. Man vernahm, dass die USA und Uruguay für ein paar Batzen unsere Schrottflieger abkaufen und flugtauglich halten würden. Aufmerksame Bürger fragen sich, was hier gespielt wird und wieso die Armeeführung mit solcher Vehemenz die Tiger aufs Abstellgleis schieben wollen und gleichzeitig mit dem Stationierungskonzept nur noch drei Flugplätze betreiben wollen. Wie soll so in Zukunft ein Aufwuchs möglich sein, wenn es ja offenbar auch mit weniger Flugzeugen geht? Mit weniger Panzern und Artillerie soll es auch gehen. Die Verschrottung vieler dieser Systeme wurde vom Parlament zur Kenntnis genommen.

Damit wären wir schon mitten in den Diskussion über die Revision des Militärgesetz – landläufig bekannt unter dem Kürzel „WEA“ – Weiterentwicklung der Armee. Das Geschäft wurde im Spätsommer vom Bundesrat verabschiedet und in die parlamentarische Beratung geschickt. Der Ständerat hat unterdessen ein paar Adjustierungen vorgenommen und viel Wohlwollen für die Vorlage geschaffen.

Trotzdem bleibt es bei einem erneuten, massiven Abbau unserer Milizarmee: Reduktion des Sollbestands auf 100’000 AdA, Auflösung der Reserven, Auflösung der (Geb) Inf Br, weniger WK. Wenn dies wirklich die „Weiterentwicklung“ ist, dann geht die „Entwicklung“ aber definitiv in die falsche Richtung, v.a. wenn man sich die Lage in Europa vor Augen führt.

Die AIR14 – der Grossanlass auf dem Flugplatz Payerne zum 100-jährigen Bestehen der Schweizer Luftwaffe – ist ein riesen Erfolg. Tausende von Begeisterten sehen sich die Vorführungen am Himmel und am Boden an. Für ein paar Tage verschwinden die Sorgen über WEA und den Krieg. Nur im Vorfeld wird es politisch, als das VBS die russische Kunstflugstaffel „Russian Knights“ auslädt. War das nun Anbiederung bei der NATO oder mangelnde Souveränität? Von Neutralität kann hier sicher nicht mehr gesprochen werden – schade.

Die VATV-Beiträge, das sind Unterstützungsbeiträge des Bundes an die Milizorganisationen, also z.B. den Offiziersgesellschaften, werden neu nur noch für aktive in der Armee eingeteilte Offiziere ausbezahlt. Das betrifft sowohl die allgemeinen Beiträge wie auch die spezifischen Beiträge die wir pro Teilnehmer an bewilligten Anlässen erhalten (z.B. Schiessanlässe, sipol Informationen). Der Anteil aktiver Offiziere beträgt in der FOG 57%. Wir erwarten deshalb in den kommenden Jahren tiefere Beiträge. Einmal mehr wird beim Bund am falschen Ort gespart.

Schweizerische und Aargauische Offiziersgesellschaft

Bei beiden Organisationen dominierte im ersten Halbjahr die Gripen-Abstimmung. Obschon die Ausgangslage deutlich schlechter war, verzichtete man auf die Umsetzung der Lehren aus der Wehrpflichtabstimmung. Natürlich hätten die Frauen und die Jungen für das Flugzeug begeistert werden müssen – doch was hat man konkret getan? Nichts?

Im zweiten Halbjahr gab v.a. die WEA zu reden. Die SOG positionierte sich mit ihrem argumentativen Dreigestirn: 100’000 AdA, CHF 5 Mia. und 5 Mio. Diensttage. Die zentrale Frage, ob die Armee damit ihren verfassungsmässigen Auftrag erfüllen kann und eine adäquate Antwort auf die sich verändernde Lage in Europa ist, bleibt indes unbeantwortet. Lieber wiederholt man die Parolen der Armeeführung. Ob es wohl damit zusammenhängt, dass die Präsidenten auf der Lohnliste des VBS stehen?

Letztes Jahr habe ich über die unterschiedlichen Standpunkte bei der Finanzierung der AOG-Aktivitäten berichtet. Obschon der AOG-Vorstand ein Jahr Zeit hatte, für seine Aktivitäten zusätzliche Einnahmen durch Sponsoring und Spenden zu erschliessen, wurde im Januar 2014 wiederum einzig eine Beitragserhöhung vorgeschlagen. Ohne Begeisterung – und gegen die Stimme der FOG – beschloss die Präsidentenkonferenz der AOG eine Beitragserhöhung auf CHF 5 pro Sektions-Mitglied für das Jahr 2014. Dieser Beschluss widerspricht jedoch den Statuten der AOG, welche eine Beitragserhöhung nur mit einer Vorlaufzeit von einem Jahr zulässt. Das Fälligkeitsdatum ist jeweils der 1. Juni.

Das von einem ungenannten Juristen im Auftrag der AOG verfasste „Gutachten“ kam zum Schluss, dass „[d]ie Formulierung ‚ein Jahr im voraus‘ […] kaum 12 Monate oder 365 Tage im voraus“ meint. Gemeint sei eher „mit genügender Vorlaufzeit„. Eine Zweitmeinung, welche vom Präsidenten OG Zofingen eingeholt wurde, widerspricht dieser Beurteilung. Das Protokoll dieses statutenwidrigen Beschlusses wurde überdies während über einem Jahr der Präsidentenkonferenz vorenthalten – eine Begründung wurde nie geliefert.

Die FOG hat deshalb letztes Jahr der AOG einen Beitrag von CHF 3.50 pro Mitglied überwiesen – so wie es im Budget 2014 von der Vereinsversammlung der FOG verabschiedet wurde.

Nun folgten mehrere Druckversuche von Seiten des AOG-Präsidenten, u.a. wurde versucht, unserem Kassier Weisungen zu erteilen. Vor 10 Tagen erreichte die Auseinandersetzung ihren Höhepunkt, als ich eine eingeschriebene Mahnung erhielt. Darin werden wir aufgefordert, die Differenz bis morgen (sic!), 20. März 2015 zu begleichen, ansonsten würde er sich weitere Massnahmen vorbehalten.

Diese Überweisung werden wir nicht tätigen. Auch wenn es sich um einen lächerlichen Betrag von rund CHF 100 handelt, lässt sich der Vorstand der FOG nicht durch statutenwidrige Entscheide, fadenscheinige Begründungen, perfide Druckversuche und Drohungen von einem durch uns gewählten Vertreter umstimmen.

Zuletzt etwas Erfreuliches: Unser Vorstandsmitglied Oberst Peter Balzer wird von der Präsidentenkonferenz als Nachfolger von AOG-Präsident Oberstlt i Gst Dieter Wicki vorgeschlagen. Die Wahl findet am 20 Juni 2015 statt. Wir wünschen Peter Balzer schon jetzt viel Erfolg in dieser neuen Funktion.

FOG – mit neuem Auftritt

Im Verlaufe des Vereinsjahrs hat der Vorstand einen neuen visuellen Auftritt beschlossen. Die FOG verfügt nun über ein eigenes Logo, welches nicht mehr aus den Wappen der beiden Bezirke Laufenburg und Rheinfelden besteht. Neu im Zentrum steht ein Lindenblatt – das Kantonswappen des Fricktals. Darüber liegt schräg ein Offiziersdolch. Es wurde vom Fricktaler Comic-Zeichner Rainer Benz entworfen. Der neue Auftritt wirkt frisch, leicht und modern und wird kontinuierlich in den verschiedenen Kommunikationsmassnahmen integriert.

Der Vorstand hat sich zudem dafür entschieden, Tischfahnen mit dem neuen Logo anzuschaffen. Die Tischfahnen sind zwar keinen Ersatz für eine Fahne oder Standarte, aber sie dienen doch der Standortbestimmung an den verschiedenen Anlässen. Die Kosten für das neue Logo wie auch die Tischfahnen werden über Spenden finanziert. Der Kassier wird beim nächsten Versand der Mitgliederrechnung darauf zu sprechen kommen.

Im vergangenen Jahr wurden wiederum die vierteljährlichen Quartalsrapporte durchgeführt. Diese haben sich unterdessen gut etabliert, locken immer etwa ein Dutzend Mitglieder an und werden auch 2015 weitergeführt.

Die Vereinsversammlung 2014 fand mit 20 Aktivmitglieder und 2 Gönner im Löwen Herznach statt. Nach einem üppigen Apéro referierte Oblt Benjamin Jakob von der AVIA Basel über den Gripen. Oberst Peter Balzer wurde als zusätzliches Mitglied in den Vorstand gewählt.

Im Juni hat die FOG die Römerausgrabung in Frick besucht und wurde fachkundig in das Leben der früheren Fricktaler Bewohner eingeführt. Wenige Tage später fand auf dem Bözberg der erste Kombi-Anlass mit der OG Brugg statt. Der „Bözbergrapport“ führte die rund 30 Teilnehmer durch die ehemalige Feuerleitzentrale der Gz Br 5. Zudem referierte Dr. Jürg Stüssi-Lauterburg über den Beginn des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren.

Mit der sicherheitspolitischen Wochenschau – einem elektronischen Newsletter – informiert die FOG ihre Mitglieder und andere interessierte Personen über globale Meldungen zum Thema Sicherheitspolitik. Wir verweisen darin auf Beiträge im Netz, die für eine Beurteilung der Lage von Interesse sein können. Dabei ist es uns wichtig, verschiedene Quellen mit unterschiedlichem Grundtenor präsentieren zu können. Die Anzahl Abonnenten konnte seit Einführung im Mai kontinuierlich gesteigert werden, das Feedback ist erfreulich. Wir führen dies weiter.

Ende 2014 betrug der Mitgliederbestand 81 (Aktiv-)Mitglieder sowie 31 Gönner, also insgesamt 112, was eine Abnahme von 5 Mitgliedern bedeutet, die meisten davon mussten wir wegen zu vieler ausstehender Mitgliederbeiträge ausschliessen. Es sind das: Lt Dante Jungblut, Oblt Thomas Knecht, Maj Daniel Ryser, Oblt Michael Schwager. Auch dieses Jahr haben keine Kenntnis von verstorbenen Mitgliedern erhalten. Damit der Vorstand der FOG reagieren kann, sind wir auf Hinweise aus den Reihen der Mitglieder angewiesen.

Wie immer danke ich meinen Vorstandskameraden für die gute und angenehme Zusammenarbeit. Wir sind der Neupositionierung der FOG einen wichtigen Schritt näher gekommen.

Es kommt nicht darauf an, die Zukunft vorherzusagen, sondern auf die Zukunft vorbereitet zu sein.“ Das bedeutet je länger je mehr, dass man sich nicht auf die Einschätzungen unserer Massenmedien und Politiker verlassen darf, sondern selbst aktiv werden muss. Mit unserem Newsletter tragen wir dazu bei. In diesem Sinne von Perikles bereiten wir uns weiterhin auf die kommenden herausfordenden Jahre vor.

 

Fussnoten:

[9] ISIS schreibt: “…the crusader John McCain came to the Senate floor to rant irritably about the victories the Islamic State was achieving in Iraq. He forgot that he himself participated in the invasion of Iraq that led to the blessed events unfolding today by Allah’s bounty and justice.

[10] In „1984“ werden systemkritische Gedanken als Staatsverbrechen behandelt. Das erklärte Ziel der obersten Elite ist es, durch totale Kontrolle und Bedrohung solche „Gedankenverbrechen“ zu verhindern. Orwell räsoniert dazu: „Wo war noch reales, wahres Wissen verankert? Nur in Winstons eigenem Bewusstsein, das unausweichlich (nach Folter und Ermordung) zu Staub zerfallen musste. Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten, wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.“ … Zudem stumpfen Menschen bei ständigen (aber mangels medialer Unterstützung nicht widerlegbaren) Lügen ab, resignieren dann und hinterfragen die Lügen irgendwann nicht mehr. Was immer die Elite als Wahrheit bezeichnet, IST dann Wahrheit! [Quelle]

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